
Allgemeines zur Kultur:
Fleischfressende Pflanzen sind
ein echtes Wunder der Evolution. Sie sind eigentlich überhaupt nicht schwierig
zu halten, wenn man sich an die wichtigsten Grundsätze der Kultur hält:
Das Wichtigste bei allen Arten, außer Pinguicula, ist kalkfreies Gießwasser! Karnivoren hassen
Leitungswasser und alle anderen zusätzlichen Nährstoffe, also auf
keinen Fall düngen und nur mit Regenwasser, destilliertem Wasser oder
Brunnenwasser gießen. Ein langfristiges Gießen mit Leitungswasser führt mit
Sicherheit zum Verlust der Pflanzen. Fast alle fleischfressenden
Pflanzen sind Moor- bzw. Sumpfpflanzen und benötigen ständige Feuchtigkeit. Am
besten erreicht man dies, indem man die Pflanzen in einen Untertopf stellt, der
ständig mit Regenwasser gefüllt sein sollte. Das Übersprühen von oben ist
bei den meisten Arten nicht ratsam und kann zu Schimmelbildung führen (Außer
bei Nepenthes Arten -Kannenpflanzen, diese benötigen eine extrem hohe
Luftfeuchtigkeit) Die Pflanzen sollten auf keinen
Fall in gewöhnliche Blumenerde getopft werden, da diese zu viel
Nährstoffe enthält. Hierfür gibt es spezielles Substrat auch hier im
Onlineshop. Die Pflanzen müssen nicht
gefüttert werden. Die Pflanze hält problemlos ein ganzes Jahr auch ohne
Nahrung und Dünger aus. Außerdem fangen die Pflanzen ganz von selbst schon
genug Insekten zum Überleben. Es sterben wesentlich mehr Pflanzen an
Überfütterung als an Unterernährung.Viele fleischfressende Pflanzen
halten tatsächlich eine Art Winterruhe und ziehen sich im Winter fast
vollkommen zurück, dies ist ganz normal und natürlich da es im Winter sehr
wenige Insekten gibt und damit eine optimale Nahrungsaufnahme nicht mehr
gewährleistet sein kann. Erstaunlicherweise können sogar
viele fleischfressenden Pflanzen unsere harten Winter problemlos überstehen und
im Frühjahr zu neuer Pracht wachsen. Licht ist für jede Pflanze
unabdingbar. Alle fleischfressenden Pflanzen außer Pinguicula-Fettkraut,
Utricularia-Wasserschlauch und Nepenthes-Kannenpflanzen vertragen volle Sonne und
sollten immer möglichst hell stehen.
Krankheiten:
Blattläuse: Blattläuse kommen tatsächlich an fleischfressenden Pflanzen vor. Sehr anfällig sind vor allem die Schlauchpflanzen, die Sonnentauarten und die Venusfliegenfalle. Blattläuse saugen den lebensnotwendigen Pflanzensaft am Blatt- oder Blütenstiel aus. Gegen Blattläuse helfen natürliche Nützlinge wie Marienkäfer, die aber bei den fleischfressenden Pflanzen leicht auch selbst zum Opfer werden können. Handelsübliche Spritzmittel gegen Blattläuse, die es im Baumarkt zu kaufen gibt, haben sich ebenfalls bewährt.
![]() Dionaea muscipula in Winterruhe und von Blattläusen befallen |
Sarracenia leucophylla mit Blattläusen am jungen Trieb |
Wollläuse: Es gibt über 1000 Arten von Wollläusen. Diese kommen hauptsächlich an den Sonnentauarten vor. Man erkennt sie an ihrer wollartigen Form. Sie bekämpft man entweder mit Marienkäfern, Florfliegen oder Schlupfwespen. Auch gegen Wollläuse gibt es im Baumarkt entsprechende wirkungsvolle Spritzmittel, die von den fleischfressenden Pflanzen gut vertragen werden.
Schimmel: Alle fleischfressende Pflanzen können von Schimmel betroffen sein. Wenn die Kulturbedingungen nicht nicht richtig aufeinander abgestimmt sind und es zu feucht, zu warm und zu dunkel ist, so werden sich Schimmelpilze an den fleischfressenden Pflanzen ansiedeln. Viele dieser Pilze sind für die fleischfressenden Pflanzen bedrohlich und sollten mit handelsüblichem, fungizidem Spritzmittel für Pflanzen behandelt.
![]() Drosera aliciae mit Schimmel an den Blättern |
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Fleischfressende Pflanzen werden im Winter häufig von Schimmel befallen. Häufige Gründe dafür sind, zu hohe Luftfeuchtigkeit, zu geringe Luftzirkulation, Kälte und zu wenig Licht..
Allgemeine Fragen:
Sind
fleischfressende Pflanzen gefährlich ?
Es wird viel über fleischfressende Pflanzen erzählt. Auch schauernde Geschichten
von menschenfressenden Pflanzen kursieren hier und dort. Doch in Wirklichkeit
sind fleischfressende Pflanzen
weder für Haustiere noch für Menschen gefährlich oder giftig. Die
fleischfressenden Pflanzen sind zwar in der Lage viele Insekten und auch
kleinere Säugetiere festzuhalten, zu zersetzen und für das eigene Wachstum zu
nutzen, doch sind sie weder giftig, noch kann die Säure, die für den
Verdauungsprozess zuständig ist, dem Menschen oder einem gewöhnlichen Haustier
Schaden zufügen. Um eine leichte Verätzung am Finger hervorzurufen müßte man den
Finger schon wochenlang an eine große Drosera Pflanze halten oder in eine
Nepenthes Kanne stecken. Eine Verletzung oder Vergiftung durch fleischfressende
Pflanzen ist also für Mensch und Haustier so gut wie unmöglich.
Wie groß
können fleischfressende Pflanze werden?
Fleischfressende Pflanzen gibt es in den unterschiedlichsten Größen. Die
Saugfallen der Utricularia Pflanzen sind meistens nicht einmal einen Millimeter
groß. Es gibt winzige Zwergsonnentauarten die nur wenige Zentimeter groß sind.
Andere Sonnentauarten können über einen Meter groß werden. Ähnlich ist es auch
bei den Sarracenia Arten. Sarracenia flava kann über einen Meter hoch wachsen
und Wespen und andere Insekten problemlos einfangen. Bisher gab es aber noch nie
einen Fall, bei dem ein Haustier oder gar ein Mensch durch eine fleischfressende
Pflanze verletzt wurde. Dennoch ist es einigen Gattungen der fleischfressenden
Pflanzen unter optimalen Bedingungen möglich, außer Insekten sogar andere Tiere
zu fangen. Eine ganze Reihe Sonnentauarten mit ihren klebrigen Tentakeln können
große Libellen festhalten. Venusfliegenfallen können durchaus auch kleine
Frösche fangen und verdauen. Zurück bleibt dann nur das Skelett des Tieres. Die
Kannenpflanze gehört zur größten Gattung der fleischfressenden Pflanzen. Diese
Art kann im Regenwald sogar Baumgröße erreichen. Allein die Kannen der Nepenthes
Arten im Dschungel werden teilweise bis zu einem halben Meter groß. Bei einer
Expedition im Jahr 1998 konnte in einer fleischfressenden Nepenthes Kanne, außer
Überresten von Nagetieren, sogar ein kleines Affenskelett entdeckt werden. Es
wird vermutet, dass der Affe sehr krank gewesen sein muß, da er sich sonst wohl
problemlos aus der Kanne hätte befreien können.
Meine Venusfliegenfalle / Sarracenia
sieht im Herbst sehr unansehnlich aus.
Geht sie ein ? Was soll ich tun ?
Es ist ganz natürlich, dass sich die Venusfliegenfallen, viele Sarracenia- und
einige winterharten Drosera Pflanzen im Herbst zur natürlichen Winterruhe in den
Wurzelstock zurückziehen. Kühle Temperaturen (um +10 oder -5 Grad Celsius),
mäßige Feuchtigkeit und viel Licht sind dann angebracht. Die Pflanzen schlagen
im Frühjahr zu neuer Schönheit wieder aus. Es ist sogar möglich die Pflanze im
Kühlschrank zu überwintern. Ein bisschen befeuchtetes Spaghnum-Moos zusammen mit
der Pflanze in einem Tiefkühlbeutel den Winter über in den Kühlschrank legen,
sobald es wärmer wird, einfach wieder einpflanzen.
Es sollte allerdings beachtet werden, dass zu lange Frostzeiten im Freien
verhindert werden sollten, weil die Pflanzen sonst durch das gefrorene Wasser
zwar nicht erfrieren aber ganz schlicht verdursten. Das Durchkultivieren der
winterharten fleischfressenden Pflanzen im Winter, ist nur bei angemessener
Wärme und ausreichender Beleuchtung ratsam.
Meine
Kannenpflanze bildet keine Kannen aus? Woran kann das liegen?
Kannenpflanzen benötigen für das Ausbilden der Kannen eine erhöhte
Luftfeuchtigkeit. Diese sollte zwischen 70 und 90 Prozent liegen. Die meisten
Hochlandarten benötigen zusätzlich auch noch eine Temperaturabsenkung in der
Nacht. Zudem ist ein Klettergerüst für die Kannen sehr sinnvoll. Die meisten
Arten der Nepenthes benötigt nicht ganz so viel Licht, sie sind aber von Natur
aus an eine hohe Luftfeuchtigkeit und meist auch an gemäßigte und warme
Temperaturen angepasst.
Kann ich meine
fleischfressenden Pflanzen auch ins Freie setzen?
Grundsätzlich ist das kein Problem. Das direkte Sonnenlicht gefällt den meisten
fleischfressenden Pflanzen sehr gut. Es sollte aber für genügend Feuchtigkeit im
Substrat gesorgt werden. Ebenso ist es besonders wichtig, die richtige Erde zu
verwenden. Optimal ist ein kleines Moorbeet im Garten, in denen sich die
Pflanzen voll und ganz ausbreiten können. Es gibt viele fleischfressende Arten,
die auch den Winter über im Moorbeet überleben können. Zu den Bekanntesten
gehören die winterharten Arten: Sarracenia flava, Sarracenia leucophylla,
Sarracenia purpurea, Dionaea muscipula, Drosera anglica, Drosera filiformis,
Drosera rotundifolia, Utricularia vulgaris. Diese Arten können im Winter
durchaus auch leichten Frost ertragen, Sie ziehen sich dann in den
unterirdischen Wurzelstock (Rhizom) zurück und sprießen im Frühjahr wieder
wunderschön aus.
Wann muss ich
die fleischfressenden Pflanzen umtopfen?
Die fleischfressenden Pflanzen sollten wie jede andere Pflanze dann umgetopft
werden, wenn man am Loch des Topfes die Wurzeln sehen kann, oder diese sogar aus
dem Topf herauswachsen. Verwendet werden sollten aber nur Plastiktöpfe, da
Tontöpfe mit der Zeit ungewünschte Nährstoffe in das Substrat abgeben.
Was sind
Brutschuppen?
Brutschuppen sind eine Besonderheit der Zwergsonnentauarten. Nur diese eine
Gattung bildet Brutschuppen aus. Es sind kleine Schuppen an den Pflanzen,
ähnlich wie Samen, die auch genau so ausgesäht werden, allerdings keimen die
Schuppen wesentlich schneller und effektiver wie Samen. Es handelt es sich bei
Brutschuppen um eine Mischung von Samen und Jungpflanzen.
Wie sähe ich
die Samen der Fleischfresser aus?
Die Samen der fleischfressenden Pflanzen sind allesamt Lichtkeimer. Das
bedeutet, die Samen dürfen nicht in das Substrat eingebuddelt werden, sondern
werden einfach auf das Substrat gelegt. Weitere wichtige Faktoren sind,
ausreichend Beleuchtung, eine hohe Luftfeuchtigkeit (einfach mit einer Abdeckung
zu erreichen) genügend kalkfreies Wasser und das richtige Substrat, sowie eine
durchschnittliche Temperatur von ca. 20 Grad Celsius.
Wie schnell
wachsen fleischfressende Pflanzen?
Das ist von Gattung und Art der Pflanze abhängig. Die winterharten Drosera
Arten, die Venusfliegenfalle und viele Sarracenia Pflanzen wachsen nur im Sommer
und unter hellen und warmen Bedingungen. Wichtig für die Größe der Pflanze ist
das Wachstum des Wurzelstocks. In diesem Wurzelstock überwintert die Pflanze
wenn es kalt und dunkel wird.
Die tropischen Nepenthes wachsen gemächlich dahin und werden nur langsam immer
größer. Die Keimzeit der Pflanzen ist ebenfalls unterschiedlich. Die Drosera
Arten keimen recht schnell, nach ca. 3 bis 4 Wochen, die Venusfliegenfalle
benötigt etwas länger und die Sarracenia Arten können selbst nach einem Jahr
noch anfangen zu keimen. Voraussetzung für das Keimen und ein schnelles Wachstum
sind die richtigen Kulturbedingungen.
Ich habe einen Sonnentau gekauft, den
ich bereits umgetopft habe. Die "Tentakel" vertrocknen aber immer. Was habe ich
falsch gemacht?
Fleischfressende Pflanzen sollten grundsätzlich nur in spezielles
Torfsubstrat getopft werden. Normale Blumenerde ist dafür gänzlich ungeeignet.
Besonders wichtig ist dabei, das die Erde ungedüngt und möglichst wenig
Nährstoffe beeinhaltet. Die Sonnentauarten bilden Klebetropfen hauptsächlich bei
hoher Luftfeuchtigkeit und Wärme aus. Am besten im Sommer nach draußen stellen.
Eine erhöhte Luftfeuchtigkeit erreicht man mit einer licht durchlässigen
Abdeckung. (Zimmergewächshaus, durchsichtige Plastiktüte) Eine regelmäßige
Belüftung soll aber trotzdem gewährleistet sein, da es sonst zu vermehrter
Schimmelbildung kommen kann und die Pflanze dann sehr schnell eingeht.
Ich halte seit gut einem Jahr einige
Venusfliegenfallen. Ich habe sie erfolgreich überwintern lassen (im Kühlschrank)
und halte sie nun weiter auf der Fensterbank. Habe extra neuen ungedüngten Torf
gekauft und sie umgetopft. Die Pflanzen gieße ich stets mit Regenwasser.
Auffällig war, dass einige der Pflanzen verkrüppelt nachgewachsen sind. Einige
Wochen später habe ich festgestellt, dass der ganze Boden voller kleiner,
grauer, wurmartiger Tierchen ist, die man mit dem Auge kaum wahrnehmen kann. Die
Pflanzen selber sind nicht befallen. Nur der Boden ist voll von den Parasiten.
Was kann das sein und was kann man dagegen tun?
Es handelt sich dabei um eine Art Erdmilbe oder Erdläuse, die gemeinerweise die
Wurzeln der Pflanzen anfressen.Es sollte unbedingt das Substrat gewechselt
werden. Verwendet wird am besten Hochmoortorf oder spezielles Substrat für
fleischfressende Pflanzen. Du kannst auch versuchen, mit einem speziellen
Pflanzenmittel zu sprühen, die meisten fleischfressenden Pflanzen vertragen die
Spritzmittel gegen Läuse, Milben und Pilze sehr gut. Es sollte aber unbedingt
darauf geachtet werden, dass keine Düngemittel in den Spritzmitteln sind.
Außerdem sollten in dem Substrat so wenig Nährstoffe und Nährsalze wie möglich
enthalten sein. Ein dauerndes spülen der Töpfe mit kalkfreiem Wasser kann ebenso
helfen, die Bodenqualität zu verbessern und eventuelle unterirdische Schädlinge
loszuwerden. Der umweltbewusste Züchter verwendet gegen Blattläuse die an den
Pflanzen zu sehen sind, Nützlinge wie z.B. Marienkäfer um die Läuse loszuwerden.
Leider machen die fleischfressenden Pflanzen keine Ausnahme zwischen Freund und
Feind und so enden auch die nützlichen Marienkäfer in den Fallen der Pflanzen.
Daher sollte hier immer ein
Nachschub an Nützlingen zur Verfügung stehen.
Was
kann ich alles tun, damit sich meine Nepenthes alata (die von der Decke hängt)
im Zimmer über Winter und allgemein möglichst wohl fühlt und auch neue Kannen
ausbildet?
Die Nepenthes Pflanzen fühlen sich wohl, wenn sie es schön warm haben und
regelmäßig mit kalkfreiem Wasser übersprüht werden. Eine Temperaturabsenkung in
der Nacht auf bis zu 10 - 15 Grad ist bei manchen Kannenpflanzen ratsam.
Tagsüber sind 20 - 30 Grad Celsius optimal. Ab und zu kann man die Pflanzen auch
mit einer Folie abdecken, was die Luftfeuchtigkeit hält und damit das
Kannenwachstum antreibt. 70 bis 80 % Luftfeuchtigkeit tut den Pflanzen gut.
Ich
habe mir ein Terrarium zugelegt und möchte dies nun mit Pflanzen bestücken,
welche Arten kann man nun hineinstellen? Welche Art von Erde muss ich verwenden?
Ich habe gehört das man den Boden zuerst mit Seramisgranulat bedecken soll und
dann die Töpfe mit den Pflanzen reinstellen, oder muss ich die Pflanzen aus den
Töpfen nehmen und in Karnivorenerde setzen?
Ein Terrarium ist grundsätzlich eine gute Entscheidung für die meisten
fleischfressenden Pflanzen. Durch die erhöhte Luftfeuchtigkeit und regulierbaren
Licht- und Wärmebedingungen wachsen die Pflanzen darin für gewöhnlich sehr gut.
Die Arten, die ich empfehlen kann sind Drosera capensis, Drosera aliciae,
Drosera binata, Sarracenia flava, purpurea und leucophylla. Aber auch Pinguicula
und Utricularia. Dionaea muscipula, die bekannte Venusfliegenfalle kann im
Terrarium bei guter Beleuchtung ganzjährig durchkultiviert werden. Bei
ausreichender Luftfeuchtigkeit und Wäre sind auch Nepenthes Arten möglich. Als
Substrat eignet sich spezielles Substrat für fleischfressende Pflanzen oder
Hochmoortorf gemischt mit gereinigtem Quarzsand, Perlite und Vermiculite.
Gewöhnliche Blumenerde ist auf keinen Fall geeignet. Von Seramisgranulat würde
ich persönlich abraten, ich rate mehr zu gereinigtem Kies oder noch besser
kleine Plastikuntersetzer, die als Drainage umgekehrt auf den Boden des
Terrariums gestellt werden, erst danach wird mit dem Substrat aufgefüllt. Die
Pflanzen werden aus dem alten Topf genommen und dann in das neue Substrat
gepflanzt und leicht angedrückt, natürlich müssen die Pflanzen anschließend mit
kalkfreiem Wasser angegossen werden.
Wie lange kann man die Samen von
fleischfressenden Pflanzen aufbewahren?
Sie können die meisten Samen, wenn Sie im Kühlschrank gelagert werden,
mindestens ein Jahr aufbewahren bevor die Keimfähigkeit nachlässt.
Ist
es schlimm wenn die Venusfliegenfalle im Winter ein bisschen gelb wird?
Es ist vollkommen
normal, dass sich die Venusfliegenfalle in den Wintermonaten, wenn es auch keine
Insekten gibt, zurückzieht. In freier Natur zieht sich die Pflanze komplett in
den Wurzelstock zurück. Im Frühjahr, wenn es wärmer wird, treibt sie dann immer
wieder neu und noch schöner aus.
Wie
kann ich die Luftfeuchtigkeit für meine Kannenpflanze im Terrarium erhöhen? Wie
hoch sollte die Luftfeuchtigkeit liegen?
Grundsätzlich
wachsen Kannenpflanzen in den Tropen, daher vertragen Sie keine Kälte. Sie mögen
es aber wenn Sie täglich mit kalkfreiem Wasser übersprüht werden. Trotzdem
sollten die Nepenthes Pflanzen nicht im Anstauverfahren gehalten werden, die
Wurzeln sollten immer trocken stehen. Auch ein Ultraschallzerstäuber oder ein
anderer Luftbefeuchter kann den Pflanzen nur gut tun. Die Luftfeuchtigkeit
sollte zwischen 75 und 90% liegen. Die Temperatur tagsüber immer über 20 Grad
und Abends bei ca. 10 bis 15 Grad Celsius.
Wann
muss ich die Venusfliegenfalle in den Kühlschank zum überwintern geben?
Die
Venusfliegenfalle muss nicht zwangsläufig im Kühlschrank überwintert werden.
Wenn sie an einem Platz steht, der einigermaßen kühl über die Wintermonate
steht, kann das durchaus ausreichen. Im Frühjahr wird die Pflanze dann wieder zu
neuer Schönheit heranwachsen.
Wie
reagieren fleischfressende Pflanzen auf Pflanz-Granulat?
Ich persönlich bin
kein Freund von Granulat. Ich tendiere mehr für reinen, ungedüngten Hochmoortorf
gemischt mit gereinigtem Quarzsand und Zusatzstoffen wie Perlite und Vermiculute.
Wenn Granulat, dann nur als dünne Drainageschicht am Boden des Topfes.
Wann
soll ich meine Pinguicula Pflanzen umtopfen?
Die Pinguicula
Pflanzen sollte man wenn möglich überhaupt nicht umtopfen. Sie entwickeln ein
nur sehr schwaches Wurzelwerk. Ansonsten sollte man erst umtopfen, wenn die
Wurzeln aus dem Topf wachsen. Die beste Umtopfzeit ist das Frühjahr.
Kann
man die Venusfliegenfalle, den Sonnentau und die Schlauchpflanze zusammen in
einen Topf setzen?
Diese drei Arten vertragen alle
ein nährstoffarmes Substrat. Die Schlauchpflanzen mögen etwas gröberes Substrat,
die Venusfliegenfalle mag es etwas sandiger. Man sollte aber darauf achten dass
die Pflanzen in einen großen Topf gepflanzt werden, damit sie auch Platz für
gutes Wachstum und einen ausreichend großen Wasserspeicher haben.
Wann
keimen die Samen der fleischfressenden Pflanzen?
Das ist von der
Gattung und der Qualität der Samen abhängig. Am schnellsten keimen die
Brutschuppen des Zwergsonnentaus, die Samen des Sonnentau benötigen ca. 3-4
Wochen, bei der Venusfliegenfalle kann es bis zu zwei Monate dauern und aus den
Samen der Schlauchpflanze können auch erst nach einem Jahr die ersten kleinen
Pflänzchen sprießen. Man sollte die Samen aber immer mit kalkfreiem Wasser
möglichst feucht, warm und hell stellen. Das beschleunigt den Keimprozess
Meine
Pflanze steht sehr dunkel, welche Zusatzbeleuchtung kann ich anbringen?
Für die Beleuchtung würde ich entweder herkömmliche Energiesparlampen mit einer
Leuchtfarbe von 6400K oder kaltweiße Leuchtstoffröhren. (keine Neonröhren, diese
werden für Werbebeleuchtungen verwendet) Spezielle Pflanzenlampen oder
Natriumdampflampen halte ich persönlich für unnötig und viel zu teuer.
Meine
Nepenthes Kannen werden braun und welk, woran kann das liegen? wie kann ich das
verhindern? wenn die Kannen abfallen, wachsen dann trotzdem andere Kannen nach?
Es kann passieren, dass die Kannen der Nepenthes Pflanze unter schlechten
Bedingungen sehr schnell braun werden können. Klar ist, keine Kanne ist ewig
schön. Früher oder später werden die Kannen immer welk werden. Man kann diesen
Vorgang aber verlängern, wenn die Kannenpflanze warm, feucht und nicht zu hell
steht und bei hoher Luftfeuchtigkeit gehalten wird. Bei vielen Arten ist auch
eine deutliche Absenkung der Temperatur in der Nacht sinnvoll. Wenn die Pflanze
unter den richtigen Bedingungen gehalten wird, bilden sich auch ständig neue,
kleine Kannen aus, die dann heranwachsen. Wenn aber an einem Blatt die Kanne
abgestorben ist, wird an diesem Blatt keine neue Kanne mehr wachsen. Das Blatt
dient dann nur noch der Photosynthese um neue Blätter mit Kannen heranreifen zu
lassen.
Wie
lange dauert es, bis sich die Fallen der Venusfliegenfalle wieder öffnen,
nachdem Sie ein Insekt gefangen haben?
Wie oft können die Fallen der Venusfliegenfalle zuschnappen?
Normalerweise dauert ein kompletter
Verdauungsvorgang bis zu einer Woche. Wenn die Falle aber nur stimuliert wird
oder ein totes Insekt gefüttert bekommt öffnet sich die Falle nach wenigen Tagen
wieder und steht erneut zum Fang bereit.
Die Fallen der Venusfliegenfalle sollte man eigentlich nicht künstlich reizen,
und die Pflanze auch nicht mit toten Insekten füttern. Sie fängt sich ihre
Insekten für gewöhnlich selbst. Die einzelnen Fallen können bis zu 7 mal
schließen und maximal 3 Verdauungsvorgänge erledigen, bevor das Blatt endgültig
abstirbt. Es wachsen aber immer wieder neue Fallen nach. Die Pflanze merkt auch,
wenn es sich bei dem Opfertier um ein totes Insekt handelt. Der
Verdauungsvorgang (das komplett luftdichte Schließen der Fallen und dadurch
Umfunktionierung zum Magen) erfolgt nur, wenn das Insekt, kurz nachdem es
gefangen wurde noch lebt, ansonsten öffnet sich die Falle nach kurzer Zeit
wieder ohne das Insekt verdaut zu haben. Aber wie gesagt, mehr wie 7
Schließvorgänge und max 3 Verdauungsvorgänge schafft keine Falle der
Dionaea-muscipula.
Wann
soll man die fleischfressenden Pflanzen eigentlich umtopfen?
Das ist eigentlich ganz einfach, die Pflanzen werden dann umgetopft, wenn die
Wurzeln deutlich aus den Löchern des Topfes herausragen. Die beste Zeit dafür
ist natürlich der Frühling, aber grundsätzlich geht das, bei guten
Kulturbedingungen, auch in jeder andern Jahreszeit.
Soll
ich meine Kannenpflanze im Anstauverfahren mit einem Untersetzer feucht halten
oder eher ohne Untersetzer täglich gießen? Die alten Kannen werden langsam braun
von oben. Ich halte Sie momentan im Anstauverfahren und besprühe sie jeden Tag.
Die Nepenthes
Pflanzen sollten eigentlich nicht im Anstauverfahren gegossen werden. Das
Substrat sollte zwar stets feucht, aber niemals nass sein. Die Pflanzen werden
am besten im Hängetopf an einem möglichst Luftfeuchtem und sonnigem Platz
gehalten. Zu viel Licht sollte aber auch vermieden werden. Regelmäßiges
besprühen mit kalkfreiem Regenwasser hilft den Pflanzen, die Kannenbildung voran
zu treiben. Eine hohe Luftfeuchtigkeit von mind. 70 % sollte schon gegeben sein.
Es handelt sich schließlich um tropische Arten.
Ich habe festgestellt, dass meine
Carnivoren (Sarracenia, Dionaea und Drosera) in den wärmeren Monaten im Freien
besser wachsen und kräftigere Farben
haben als im Haus. Jetzt habe ich mir Samen bestellt und muss diese bei
Temperaturen zwischen 20 und 25°C keimen lassen. Wie groß müssen diese gekeimten
Pflanzen denn sein, bis ich sie auch ins Freie stellen kann. Ich habe ein
bisschen Angst, dass sie mir eingehen, wenn sie zu klein sind und dann auf
einmal andere Temperaturbedingungen haben. Gibt es da Tipps, die mein Problem
lösen?
Die kleinen Sämlinge vertragen anfangs tatsächlich die pralle Sonne oder die
kalten Wintermonate nur sehr schlecht. Ich empfehle die Pflanzen langsam an die
geänderte Situation im Freien zu gewöhnen, so dass die Pflanzen mit der Zeit
abhärten. Ich würde die Pflanzen mindestens das erste Jahr im Warmen lassen und
sie erst danach langsam an die kälteren Temperaturen zu gewöhnen.
Meine Venusfliegenfalle hat seit ca. vier
Tagen ein ca. 4cm langen Stängel mit einer Knospe dran, die aber leider nicht
aufgeht. Wie lange dauert das noch etwa?
Der Blütenstengel der Venusfliegenfalle kann bis zu 20cm in die Höhe wachsen.
Das hat in der Natur den Sinn, dass die Bestäuberinsekten nicht von den Fallen
gefressen werden und die Blüten auch bestäuben können.
Es kann bis zu 4 Wochen dauern, bis sich die Knospen öffnen. Heraus kommt dann
eine schöne weißliche Blüte ähnlich denen von Apfelblüten.
Die Blütezeit reicht von August bis Oktober. Pflanzen die zu einem völlig
anderen Zeitpunkt blühen leiden womöglich unter Lichtmangel.
Es kostet die Pflanze sehr viel Kraft den langen Blütenstängel und die Blüte zu
bilden, daher kann man den Stängel auch direkt am Ansatz abschneiden. Oft erhält
man so stärkere und größere Fallen.
Ich habe gelesen, dass man Samen der
fleischfressenden Pflanze "Nepenthes" in lebendem Sphagnum Moos aufziehen soll,
ist das korrekt oder geht das auch mit normalem Substrat?
Es ist in der Tat nicht ganz einfach, Nepenthes aus Samen zu ziehen.
Die Meinungen gehen dabei weit auseinander. Die einen benutzen lebendes Sphagnum
Moos, die Anderen haben gute Erfahrungen mit reinem Torf oder Torfgemischen
gemacht, wieder Andere benutzen Watte oder Taschentücher für die Keimung und
setzen die Sämlinge dann in das Kultursubstrat.
Meiner Meinung nach ist aber die Einhaltung der richtigen Anzuchtbedingungen,
wie Qualität der Samen, Wärme, Luftfeuchtigkeit und Helligkeit noch wichtiger
als das richtige Kultursubstrat.
Wie oft und
wie viele Fallen darf man füttern, falls man seine Venusfliegenfalle in der
Wohnung hält?
Jede fleischfressende Pflanze fängt sich die Insekten auf natürliche Weise. Wenn
es keine Insekten im Winter gibt, ziehen sich die Pflanzen komplett zurück.
Das Füttern der Pflanzen führt meist unweigerlich zum Absterben der
entsprechenden Fallmechanismen.
Die Venusfliegenfalle beispielsweise hat 2 bis 3 Fühlborsten im Inneren der
Fallen, wenn diese 2 x innerhalb kurzer Zeit gereizt werden, schnappt die Falle
sofort zu. Bei einem Regentropfen würde die Falle nicht zuschnappen, da sie nur
einmal gereizt wird.
Wenn aber ein Insekt auf der Pflanze landet, oder darüber läuft, werden die
Fühlborsten mehrfach aktiviert und dadurch der Fallenmechanismus ausgelöst.
Die Pflanze merkt auch sehr schnell ob es sich um ein lebendes Opfer handelt, da
es im Falleninneren weiterzappelt. Wenn das Insekt tatsächlich lebendig gefangen
wurde, schließt die Pflanze ihre Fallen komplett luftdicht ab und wird dadurch
zum Magen umfunktioniert. Das Insekt wird dann tatsächlich verdaut.
Werden die Fallen nur künstlich gereizt, öffnet sich die Falle innerhalb von
wenigen Tagen wieder. Ein Verdauungsvorgang hingegen kann mehrere Wochen dauern.
Jede Falle einer Venusfliegenfalle kann sich maximal 7 mal schließen oder 3
komplette Verdauungsvorgänge abschließen bevor das Blatt abstirbt.
Es kommen zwar immer wieder kleinere Fallen nach, aber trotzdem sollte man daran
denken, bevor man die Pflanze künstlich reizt.
Ich habe
meinen Gartenteich in ein Moorbeet umgestaltet. Nun würde ich gerne
fleischfressende Pflanzen anpflanzen. Welche winterharten Arten für Anfänger
kann man empfehlen?
Fleischfressende Pflanzen wachsen in einem Moorbeet im Freien besonders gut.
Dort haben sie ausreichend Licht und Platz um sich ausbreiten zu können.
Zusätzlich herrscht im Freien ein reichhaltiges Nahrungsangebot. Es ist immer
wieder erstaunlich, wie viele Insekten die fleischfressenden Pflanzen in den
Sommermonaten fangen und vertilgen können.
Folgende fleischfressende Pflanzen sind für Anfänger in einem Moorbeet im Freien
ganzjährig geeignet.
Das heißt, diese Pflanzen sind auch hier in Deutschland winterhart und recht
unkompliziert in der Haltung sind:
Dionaea muscipula
Sarracenia leucophylla
Sarracenia flava
Sarracenia purpurea
Drosera rotundifolia
Drosera filiformis
Drosera anglica
Drosera intermedia
Pinguicula antarctica
Pinguicula alpina
Pinguicula grandiflora
Pinguicula villosa
Pinguicula vulgaris
Utricularia australis
Utricularia intermedia
Utricularia minor
Utricularia ochroleuca
Utricularia stygia
Utricularia vulgaris
Meine
Kannenpflanze bildet zwei neue Triebe an der Wurzel aus. Diese würde ich nun
gerne einzeln heraustrennen und vereinzeln. Wie macht man das am Besten?
Man kann die Triebe am besten von der Pflanze trennen, indem man ein steriles
Skalpell verwendest. Man kann die Pflanzen danach entweder in Wasser wurzeln
ziehen lassen oder diese direkt in entsprechendes Substrat für fleischfressende
Nepenthes Pflanzen setzen. Die Pflanzen sollten recht feucht, aber nicht in
Staunässe gehalten werden.
Sind fleischfressende Pflanzen auch
ganzjährig für den Garten geeignet?
Die meisten fleischfressenden Pflanzen können im Garten ganz einfach in einem
kleinen Moorbeet wunderbar gehalten werden.
Dazu wird ein kleines Loch ausgehoben und ein Eimer oder ein ähnliches Gefäß mit
ungedüngtem Hochmoortorf gefüllt und eingegraben. Das Torfsubstrat sollte dann
immer feucht gehalten werden.
Viele winterharte fleischfressende Arten können das ganze Jahr über im Freien
verbleiben und wachsen.
Können fleischfressende Pflanzen auch
Schnecken verspeisen oder werden sie selbst von Schnecken gefressen?
Fleischfressende Pflanzen sind auf Insekten aller Art spezialisiert und können
diese sehr effektiv fangen, festhalten und verdauen. Gegen Schnecken können Sie
aber nichts ausrichten. Den Schnecken passt zwar das saure Substrat der
Pflanzen nicht, aber dennoch können Sie fast alle Gattungen von
fleischfressenden Pflanzen befallen. Das gilt übrigens auch für die aquatischen
Arten. Wasserschnecken und die meisten Fische haben den Wasserschlauch (Utricularia)
und die Wasserfalle (Aldrovanda) zum Fressen gern.
Sollten Sie noch weitere Fragen an unseren "Dr. Carnivor" haben so melden Sie sich einfach.